Ich bin Alex, 16 Jahre alt und Realist.

Ich stelle mir den Tod nicht besonders schlimm vor. Könnte man sagen, dass der Tod nicht schlimmer sein kann als das Leben?

Man kann das Leben nicht verurteilen, doch der Mensch speichert mehr negative als positive Erinnerungen. Deshalb gibt es  wahrscheinlich auch so viele Emo´s und Gosic´s  auf dieser Welt.

Ich muss ganz ehrlich zugeben, mein Leben war noch nie perfekt und das von anderen auch nicht. Doch will ich überhaupt, dass es perfekt ist? Wir wollen immer alles so gut wie möglich machen, alles soll einfach funktionieren. Jedoch kommt irgendwann ein Punkt an dem wir sagen „Mein Leben war langweilig“, jedoch ist es, wenn wir diese Erkenntnis erlangt haben, meist schon zu spät für Veränderungen.

Ich bin Alex, 16 Jahre alt und Realist.

Wer sind wir, was wollen wir sein und wo wollen wir hin?

Als ich ungefähr  12 Jahre alt war habe ich immer versucht stylisch und trendy auszusehen, ob mit den Sachen meiner älteren Schwester oder ausnamensweise mit meinen eigenen. Natürlich ist es klar, dass mir dies nicht wirklich gelungen ist und meine Schwester war auch nicht gerade erfreut darüber, dass ich ihre Klamotten ausdehnte und überhaupt einfach aus ihrem Kleiderschrank nahm.

Heute habe ich mit stylisch und trendy eigentlich nichts mehr am Hut. Während andere Tigerschals und Haarverlängerungen tragen, laufe ich mit Baggies und Pircing in der Nase rum. Und seit ich in die Stadt gezogen bin ist mir sowieso alles egal. Das war ein Sprung ins kalte Wasser. Das war wie von Realschule in Hauptschulklasse.

 

Vielleicht ist es nicht normal, aber ich denke oft an den Tod. Vielleicht ist es aber nicht der Tod an den ich denke, sondern an ein zweites Leben, eine zweite Chance. Die Trennung meiner Eltern hat mich eigentlich nicht wirklich stark getroffen, jedoch war ich  nicht besonders alt um zu verstehen, dass ich meinen Vater nur noch am Wochenende sehen kann und, dass die Person die meine Mutter oft am Telefon anschrie und danach heulte er war. Trotz allem war unsere Kindheit keine besonders schlechte. Ich war zwar kein beliebtes Kind in der Schule, doch ich hatte meine Familie, beide Seiten.  Und obwohl wir nicht die neuesten und schönsten Klamotten trugen und nicht in den Urlaub fuhren, hat uns nichts gefehlt. Ganz im Gegenteil. Ich finde wir sind abgehärtet. Andere werden, wenn Krisen in ihrem Leben auftreten, vielleicht verzweifeln. Wir jedoch können sagen, dass wir schon schlimmere Sachen durchhaben.

Noch 1 Jahr und ein paar Monate. Ich bin so froh, dass ich bald 18 werde. Zurzeit läuft nichts gut aber wirklich schlecht läuft es auch nicht. Ich denke, dass man nicht auf gute Momente hoffen sollte, aber wie sollen sie dann passieren. Gibt es dafür irgendeine Regel oder so etwas?

Vorhin habe ich meinen Exfreund mit seinem Moped gesehen. Ich muss sagen, dass es sehr amüsant war, denn er hatte ein Mädel hinten sitzen und sah mich nicht wirklich unauffällig an, sie genauso. War es Provokation, wollte er sehen wie ich mich verhalte oder wollte er mich einfach nur abchecken, weil wir uns eine Weile nicht gesehen haben? Man kann sich in einen Menschen ja so schlecht hineinversetzen. Doch ginge es uns besser, wenn wir wüssten, was andere denken? Was andere über UNS denken? Ich glaube, dann würde unsere Gesellschaft zu Grunde gehen. Wir würden noch weniger denken als so schon, nur damit andere nicht merken wer wir wirklich sind. Jeder Einzelne würde allein durch die Straßen schleichen vor Scharm. An dieser Stelle müsste ich allerdings sagen, dass es bei manchen gar nicht mal so schlecht wäre. Wir wissen ja, dass es Menschen gibt die vorgeben die Unschuld vom Lande zu sein-doch eigentlich haben sie es faustdick hinter den Ohren.

Während ich hier im Park sitze und die Sonne beim Untergehen betrachte, frage ich mich, ob wir eines Tages einmal mit untergehen. Die Sonne geht unter und alles reißt sie mit sich. Wenn man dabei zuschauen könnte wäre dies wohl mit einer riesigen Klospülung zu vergleichen. Wärst du dann der einzige Mensch auf der Welt, würde dies wohl schlimmer sein als mit Unter zu gehen. Doch was heißt schon wäre. Dieses Wort ist so sinnlos und hat keine Bedeutung. Wenn man mal richtig darüber nachdenkt sind Sätze die dieses Wort enthalten mit Leere gefüllt, doch jeder benutzt dieses Wort, weil alle Angst vor Tatsachen und Fakten haben. Ich werde mich bemühen es in Zukunft nicht mehr in meinem Wortschatz zu gebrauchen.

Meine Freundin erzählte mir mal, dass unsere Träume oft real werden, also auch im Leben geschehen. Ich dachte nur, habe ich schon mit Campino, dem Sänger von den Toten Hosen auf der Bühne gestanden, habe ich mal bei Scrubs mitgespielt oder habe ich mir mitten in der Stunde meinen Physiklehrer gepackt und ihn geküsst? Natürlich muss ich gestehen, dass ich nur selten realistische Träume habe, aber auch die die passieren könnten, sind noch  nie wirklich passiert. Wer weiß wo meine Freundin das schonwider her hat. Wahrscheinlich von einer schwachsinnigen Internetseite oder einer Teeniezeitschrift? Heutzutage gibt es so viele Behauptungen und nur die Hälfte davon stimmt. Jeder zieht sich Informationen aus dem Internet ohne den Richtigkeitsfaktor zu kennen. Der Mensch ist so glaubwürdig und oberflächlig geworden.

27.4.11 22:33

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